Mit der Auswahl des Tenors Nikolas Groth hatte Göttemann eine mehr als glückliche Hand bewiesen. Groth gestaltete seine Partie ungeheuer kultiviert, mit klarer ausdrucksstarker Stimme. Spannungsvoll baute er die dramatische und explosive Dynamik des Solos auf, das durch die wiederholten Worte „Hüter, ist die Nacht bald hin?" strukturiert wird.
Dem weichen, glockenhellen und geschmeidig verwalteten Tenor von Nikolas Groth lauschte man nicht nur in der Schlüsselpassage „Hüter, ist die Nacht bald hin?" hingerissen.
Der Tenor Nikolas Groth, geboren in Mainz, erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Sänger des Mainzer Domchores unter den Domkapellmeistern Mathias Breitschaft und Karsten Storck. Bereits in jungen Jahren sang er im breiten Repertoire der Chormusik solistisch im In- und Ausland.
Nach der Schule studierte er zunächst Musikwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, bevor er sein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Mainz bei Prof. Thomas Dewald aufnahm. Seit diesem Semester setzt er sein Studium an der HMTM Hannover bei Prof. Markus Schäfer fort.
Sein Operndebüt gab er 2024 als „Tamino" in Mozarts „Die Zauberflöte" in der Produktion der Hochschule für Musik Mainz – eine Partie, die er 2025 erneut bei der Oper aHa in Friedberg übernahm.
Seit der Spielzeit 2025/2026 ist Nikolas Groth Mitglied im Jungen Ensemble des Staatstheater Mainz, im Rahmen dessen er als „Monostatos" in Mozarts „Die Zauberflöte" und als „brabantischer Edler" in Richard Wagners „Lohengrin" auf der Bühne steht. Im Sommer 2026 war er zudem als „Don Eusebio" in Rossinis „Gelegenheit macht Diebe" („L'occasione fa il ladro") in einer Produktion der Kammeroper Frankfurt zu erleben.
Im Konzertfach konnte der junge Tenor schnell Fuß fassen und ist regelmäßig als Solist in Oratorien und Kantaten zu erleben. So sang er mit Orchestern wie dem Staatsorchester Mainz, dem Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz, dem Neumeyer Consort und dem Main-Barockorchester. Höhepunkte des Konzertjahres waren unter anderem Bachs Weihnachtsoratorium und Johannespassion, Händels Messias, Rossinis Petite Messe solennelle, Mendelssohns Lobgesang und Elias, Saint-Saëns' Oratorio de Noël, Dvořáks Stabat mater und Janáčeks Vaterunser.
Dem Ensemble- und Chorgesang bleibt er eng verbunden, unter anderem als freier Mitarbeiter des WDR-Rundfunkchores. Zusätzlich war er in der Spielzeit 2023/2024 für eine preisgekrönte Produktion von Arnold Schönbergs Oper „Moses und Aron" als Gast am Theater Bonn im Opernchor engagiert. Von 2023 bis 2026 war er außerdem als Stimmbildner für den Mainzer Domchor tätig.
Wichtige Impulse verdankt er Meisterkursen unter anderem bei Hartmut Höll und Anna Lucia Richter sowie der Zusammenarbeit mit Katharina Morin, Felix Koch, Christian Rohrbach, Gabriel Venzago und Wolfram Koloseus.
© Jonas Boy
Monostatos · Staatstheater Mainz — © Andreas Etter
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Don Eusebio · Kammeroper Frankfurt — © Martin Steinborn
Don Eusebio · Kammeroper Frankfurt — © Martin Steinborn
Don Eusebio · Kammeroper Frankfurt — © Martin Steinborn
Don Eusebio · Kammeroper Frankfurt — © Martin Steinborn
Tamino · Die Zauberflöte — HfM Mainz · © Martina Pipprich
Tamino · Die Zauberflöte — HfM Mainz · © Martina Pipprich
Tamino · Die Zauberflöte — HfM Mainz · © Martina Pipprich